Woher stammt der Name Großemast?
Stiftskirche nach dem II. Weltkrieg

Der Name der Bauerschaft Großemast steht in Zusammenhang mit dem Ministerialhof des Stiftes Schulte von Merste. Dieser alte Hof liegt nach den heute gültigen Bauerschaftsgrenzen jedoch seltsamerweise auf Gaxeler Gebiet.

Die Bauerschaft Große-Mast wurde im vorigen Jahrhundert (um 1825) als Teil der Mast-Gaxeler-Mark gebildet. Die Bauerschaften Kleine-Mast und Gaxel können somit als unmittelbare Geschwister bezeichnet werden. Die Mast-Gaxeler-Mark war gemeinsamer Besitz aller in der Kluft wohnenden Bauern und diente zum Weide und Plaggen mähen sowie der Versorgung mit Holz, da die Fläche weitgehend von Eichen- und Birkenwald bestanden war. Der Wald verkümmerte später zusehends und entwickelte sich zu einer Heidelandschaft. Die gemeinschaftliche Mark besteht heute noch.

Nachdem im 18. Jahrhundert aus der Mast-Gaxeler-Mark sich die drei Bauerschaften (Gaxel, Kleine Mast, Große Mast) gebildet hatten, vollzog sich das gesellschaftliche Miteinander in kleineren Gruppen, den sogenannten 'Höken'.

Aufgrund der Nähe zu Vreden konnte sich ebenso wie in Gaxel, Kleine Mast und Dömern keine dörfliche Struktur entwickeln.

Gedenkstein für die Opfer der Pest hat seinen Platz erhalten

Hilbolts Karkhoff wird im Volksmund ein kleiner Busch im Vredener Klosterhook genannt. Denn dort - und das ist wenig bekannt - wurden im 17. Jahrhundert die Vredener beerdigt, die der Pest zum Opfer fielen.

Hier wurde im Januar 2008 ein Gedenkstein mit Bronzetafel aufgestellt, der auf diesen besonderen Friedhof hinweisen soll.

Der Gaxeler Nachbarschaft "Norbertstein" war es ein besonderes Anliegen durch den Gedenkstein an die Pesttoten, die um 1666 hier, weit entfernt von der Stadt auf stiftischem Grund, wahrscheinlich nur in Begleitung eines Geistlichen bestattet worden sind, zu erinnern.

Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen erließ 1666 ein Edikt mit zehn Punkten mit genauen Vorschriften dazu, die weitere Verbreitung der Pest zu verhindern.

"In den Städten soll täglich, auf dem Lande wöchentlich zweimal Gottesdienste gehalten, dabei für die Verstorbenen und um Abwendung weiteren Uebels geflehet werden", heißt es dort unter anderem. Strenge Regeln galten für die Angehörigen und die Häuser der Pestkranken: Jeder, der in einem infizierten Haus war oder mit einem Erkrankten in Berührung gekommen war, musste einen "weißen Stecken" oder ein rotes Kreuz auf der Brust tragen, die noch nicht gereinigten Häuser mit einem Strohkranz oder einem weißen Kreuz auf der Tür versehen werden. Plünderer wurden zur Strafe ihres Eigentums entledigt.

Die Verstorbenen mussten von besonderen Leichenbestattern, auf einem eigens dazu anzuschaffenden Karren, an entfernten, außerhalb der Städte und bewohnten Ortschaften auszumittelnden Orten bei Kapellen und dgl. Beerdigt und dabei nur die Begleitung des Geistlichen gestattet werden.

Hilbolt, der dem Ort seinen Namen gibt, war neben den Höfen Schulte von Mast und Wenning einer der drei Stiftshöfe im Klosterhook.

Allgemeines zum Schützenwesen
Armbrust, vergoldete Prunkwaffe, um 1540; Museum Burg Altena

Die genaue Zeit der Entstehung der Schützenvereine ist nur schwer nachzuweisen. Der Ursprung scheint auf das 12. Jahrhundert zurückzuführen zu sein. Schützenfeste sind in ganz Deutschland, wie auch in den Niederlanden, Belgien, der Schweiz und Österreich weit verbreitet. Sie haben sich fast überall von ernster Waffenübung zu frohem Spiel gewandelt. Doch soll man darüber die Notwendigkeit, aus der sie entstanden, nicht vergessen. "Stadtluft macht frei" hieß es. Diese Freiheit war jedoch nicht zum Nulltarif zu haben. Die Städte mussten ihre Freiheit gegen vielerart Bedrohung verteidigen. Sieg und Niederlage hing neben der Stärke der Stadtbefestigung von der Qualität der Bewaffnung ab und von der Fähigkeit der Bürger, sie zu handhaben. Die Armbrust mit ihrer großen Reichweite und Durchschlagskraft war die wirkungsvollste Waffe des Bürgers. Zur Förderung und Kontrolle der Leistungsfähigkeit in ihrem Gebrauch wurden jährlich - "Stadtschießen" oder eben "Schützenfeste" abgehalten. An diesem Tag, Kirchweih oder Fest eines Schutzheiligen, wurden nach gemeinsamem Gottesdienst die Waffen gemustert und Wettschießen gehalten.

Detail der Darstellung eines Vogelschießens, historische Karte Lünen, 1578; Landesarchiv NRW, Staatsarchiv Münster

Dem oder den Siegern winkten neben Ehre und Auszeichnungen oft bedeutende materielle Belohnungen. Der König trug für die Dauer eines Jahres eine Ehrenkette. Er wurde zum Beispiel von der Steuerpflicht und vom Wachdienst befreit. Es wurde dabei selbstverständlich gut gegessen und getrunken und das Tanzbein geschwungen. Das Aufkommen der Feuerwaffen  im 15. Jahrhundert, die nur allmählich die Wirkung und Zuverlässigkeit der Armbrust erreichten, änderte nur wenig an Art und Weise der Schützenfeste.
Doch trennten sich die Schützengilden häufig und bald sprach man von den "alten Schützen" die die Armbrust beibehielten und den "jungen Schützen" die das "Feuerrohr" handhabten. Mit dem Aufkommen des Söldnerwesens verlor das Schützenwesen an Bedeutung und die Schützenfeste dienten mehr und mehr der Geselligkeit. Im 17./18. Jahrhundert verloren die Schützengilden als Wehrdienste ihre Bedeutung, da es nun Heere gab. Die Gilden aber hielten an ihrem Brauchtum fest und pflegten gesellige Veranstaltungen weiter.
In der DDR blieben Schützenvereine untersagt. Waffen in den Händen demokratisch selbstbestimmter, paramilitärisch auftretender Vereinigungen waren inkompatibel mit den Grundsätzen des SED-Regimes. In den "neuen" Bundesländern musste deshalb nach der Wiedervereinigung ein kompletter Neuaufbau erfolgen, der bis heute eine wesentlich schwächere Organisations- und Mitgliederstruktur bedingt als in den meisten "alten" Bundesländern.
Heute gibt es in Deutschland 1,5 Millionen und weltweit 25 Millionen Schützen.

Schießscheibe "Schützen, Sänger, Turner", diese Scheibe soll den Wunsch nach einem geeinten deutschen Nationalstaat unter Beteiligung des Volkes, repräsentiert durch Schützen, Sänger und Turner, zum Ausdruck bringen, 1862; Schützengesellschaft Kronach e.V.
Das erste deutsche Schützenfest in Gotha (1861)
© Deutsches Historisches Museum

Auf dem hier dargestellten ersten deutschen Schützenfest in Gotha vereinigten sich die Schützengesellschaften 1861 zum Allgemeinen Deutschen Schützenbund. Einen Nachhall der ursprünglichen Entstehungsgeschichte sowie der nationaldemokratischen Haltung der Mitglieder signalisiert bei diesem Volksfest die schwarz-rot-goldene Fahne der Republik, die auf dem Rathaus in der Bildmitte weht. Reproduktion einer Grafik aus der Illustrierte Zeitung, Leipzig, 1861.